Rheinsteig® Tour 2005

Der erst im September 2005 offiziell eröffnete Rheinsteig® war das Ziel der Vereinstour 2005 von Red Pulse. Der Rheinsteig®, so heißt es, ist die logische Zusammenführung rechts-rheinischer existierender Wanderwege und führt von Bonn bis nach Wiesbaden. Mit ca. 320 km Gesamtlänge sicher eine mehrtägige Angelegenheit für Wanderer und Biker. Da wir im letzten Jahr beschlossen hatten so wenig wie möglich mit dem Auto zu fahren, hatte Uwe Trump die Funktion des Tourenguides übernommen und einen Rundkurs entwickelt, der linksrheinisch den mit einem “R” gekennzeichneten Rheinhöhenweg in die Tourenplanung mit einschloss. Unser guter Draht zur Wetterfee sorgte auch dieses mal dafür, dass wir am letzten September Wochenende Sonnenschein und warme Temperaturen en gros hatten.
So starteten wir dann am Freitag, den 23.Sept. und setzten mit der Autofähre in Rüdesheim über. Der Einstieg zum R war schnell gefunden. Von nun ab mussten wir lediglich dieser Streckenbeschilderung folgen. Nicht immer einfach und selbstverständlich, da generell gilt: Die Beschilderung/Markierung wurde für“langsame” Wanderer gemacht und nicht für schnelle Biker. Also an flotten Abfahrten die Augen weit offen halten. Unser Guide Uwe war kurzfristig aufgrund beruflicher Gegebenheiten leider doch nicht mit von der Partie und hatte uns schnell noch mit einer entsprechenden Karte ausgestattet. (Kartenmaterial: Oberes Mittelrheintal, 1:50.000, ISBN 3-89446-346-5).
Die Strecke verläuft ausschließlich über Wald-Forstwege und stellt sich sehr abwechslungsreich, mit sehr schönen Aussichten auf das Rheintal dar. Singletrails befinden sich auf diesem Abschnitt des Rheinhöhenweges so gut wie keine. Jedoch genügten wenige kurze Schüttelpassagen um die Kettenblattschrauben von unserem “Agenten” Peter Kaufmann zu lösen Irgendwann bemerkte er, dass nur noch zwei von 5 Schrauben den Pedal antrieb zusammenhielten. Mit Kabelbindern wurde das Problem provisorisch von unserem Schrauber und zweiten Vorsitzenden Ralf Lott gelöst.
Glücklicherweise konnten wir unsere Frau “Präsidentin”, die sich für den Gepäcktransport zur Verfügung gestellt hatte, telefonisch erreichen und ihr bzw. Uwe, der sich von der Arbeit losgerissen hatte, die Organisation von Kettenblattschrauben auf’s Auge drücken. Der “Agent” konnte die neuen Kettenblattschrauben dann Abends in Empfang nehmen. Leider sollte das obligatorische und nervige Knacken seines Bikes damit nicht verschwunden sein. Gegen 18:30 Uhr erreichten wir dann unser erstes Nachtlager, das Hotel “Alter Posthof” bei Halsenbach.

Grober Streckenverlauf des ersten Tages: Bingerbrück, Salzkopf (628m), Perscheid, Oberwesel, Karbach. Zur ersten Übernachtung ließen wir den R rechts liegen und bogen nach Halsenbach (Ehr) ab. In dem o.g. gemütlichen Landhotel beschlossen wir unseren ersten Tag bei einer zünftigen Mahlzeit und einigen wenigen Weizenbieren um unseren Hydrohaushalt wieder aufzufrischen.
Tageskilometer:65km. Höhenmeter:1560

Tag zwei war mit 75km angesetzt, sollte sich aber später als wesentlich länger herausstellen. Weiter dem Rheinhöhenweg folgend fuhren wir nach Boppard. Unter der Seilbahn schoben und trugen einige “harte” Jungs ihre Bikes ca. 200 Meter bergauf. Der intelligentere Teil der Gruppe umfuhr diese anstrengende Passage auf Asphalt. Oben bietet der “Vierseenblick” eine klasse Aussicht auf die 180 Grad Rheinschleife bei Boppard und Filsen. Etwas unterhalb des Aussichtsrestaurantes befindet sich eine offizielle MTB Downhillstrecke mit einem kleinen “Sprung-Gelände”. Ein junger Bursche zeigte uns CC/Marathon Hasen, wie man so etwas angeht. Solch einen tosenden Applaus hatte der Bub selten nach seinen “Aerials”. Gerne wären wir selbst mal gesprungen, aber die Zeit verging doch schneller als uns lieb war. Also, weiter dem R folgend ging unsere Vereinstour weiter. Ca. 10 km vor Koblenz bauten wir noch einen kleinen Abstecher zum Kuehkopf (382m) ein, da hier der Fernsehturm steht, den man bei gutem Wetter auch noch vom Rheingau aus sehen kann. Eine gute Entscheidung, da ganz in der Nähe ein ansprechender Singletrail bis fast hinunter zum Rhein führt. Der Einstieg ist zwar durch die eingebauten Holzstufen nicht so schoen, weiter unten gestaltet sich der Weg jedoch größtenteils als fahrbar mit einigen schnellen aber auch felsigen Spritzkehren; für die Trailer auf erhält der Abstieg auf jeden Fall das Prädikat“Empfehlenswert”. Koblenz war der geplante Wendepunkt unserer Tour. Da es Zweifel über den Zustand des Radweges neben der Eisenbahnbrücke gab, entschlossen wir uns kurzerhand mit der Fähre, bzw. Einem kleinen Fahrgastschiff (inkl. Radtransport) auf die rechte Rheinseite über zu setzen.
Unser Mittagsmahl nahmen wir an den “Maximilians-Brauwiesen” in Lahnstein zu uns. Für Wanderer und Biker lohnt sich in jedem Falle ein Abstecher zum zünftigen Vespern bei Bayrischen Spezialitäten und selbst gebrautem (lecker) Bierchen.
Der Rheinhöhenweg (rechtsrheinisch) verläuft nun größtenteils mit dem Rheinsteig® parallel, jedoch macht der Rheinsteig® viele kleine Schlenker, die sich oft als Schiebe- oder Tragepassagen herausstellen. Da der Rheinsteig® auch auf unserer Karte nicht eingezeichnet war (hier gibt es mittlerweile aber schon einiges an Kartenmaterial im Buchhandel) entschieden wir uns dem Rheinhöhenweg weiter zu folgen. Der Abschnitt zwischen Lahnstein und Braubach verlief leider fast nur auf einer stark befahrenen Asphaltstraße und brachte uns außer einigen Hoehenmetern keinerlei Kurzweil. (Empfehlung für Nachfahrer: Am Rhein entlang bis nach Braubach oder die Lahn etwas höher fahren und einen alternativen Einstieg suchen). Ab Braubach wurde der Rheinhöhenweg jedoch wieder “unser” Weg und verwandelte sich mit jedem zurückgelegtem Kilometer in einen schmalen Wanderweg mit vielen Highlights, tollen Singletrails und fantastischen Aussichten. Das Hoehenprofil zeigt sich ebenso abwechslungsreich und mürbte den ein oder anderen Biker nach fast 65 km aus. Da uns die Zeit nun doch davon lief teilten wir unsere Gruppe. Die eine fuhr zum Rhein und dann zum Loreleyfelsen bei St.Goarshausen ins Berghotel. Die andere Gruppe hatte noch nicht genug vom Trailen und fuhr weiter den R entlang. Der Weg ist in diesem Abschnitt jedoch recht anspruchsvoll und setzt eine gute Kondition und vor allem mehr Zeit voraus. Da es bereits auf die 19:00 Uhr zuging musste Gruppe Nummero Zwo dann auch den geplanten Pfad verlassen und die schnellere Route am Rhein ab Kamp-Bornhofen nehmen. Ärgerlich, da laut Karte noch ca. 10 bis 15 km Wanderweg mit anspruchsvollen Singletrails am Ende aufwarten. Hier besteht noch Nachholbedarf.
Gegen 20:00 Uhr, pünktlich zu Einbruch der Dämmerung trafen sich beide Gruppen am Berghotel Lorely. Statt der geplanten 75km hatten wir trotz Abkürzung am Rhein knapp 90km auf dem Tacho. Es wären wohl 100km geworden, hätten wir den Rheinhöhenweg nicht verlassen. (Empfehlung: Am ersten Tag bis nach Koblenz fahren um die zweite Etappe am Morgen in Lahnstein in Angriff nehmen zu können. Wem das zu viel ist sollte besser einen extra Tag einplanen oder die Anreise mit dem Zug bis nach Lahnstein vornehmen).

Grober Streckenverlauf des zweiten Tages: Halsenbach (Ehr), Boppard, Waldesch, Kuehkopf (Fernsehturm), Koblenz, Fähre nach Lahnstein, Braubach, Kamp-Bornhofen, Loreleyfelsen St.Goarshausen
Tageskilometer: 89 km Höhenmeter: 1968

Sommerliche Temperaturen bei strahlend blauem Himmel sollten auch an unserem letzten Tag unsere Wegebegleiter sein, und das trotz anders lautender Wettervorhersagen. Helmut Ujen kannte ab hier den Verlauf des Rheinsteiges und so fuhren wir das erste Mal ganz bewusst auf dessen Wegeführung Diese Entscheidung ist in jedem Falle sehr empfehlenswert, da gerade auf den ersten Kilometern der Rheinsteig® ganz gezielt zu einigen sensationellen Aussichtspunkten an den “Steilklippen” zum Rhein gelenkt wird. Der Rheinsteig® (und auch der RP Weg ) verlaufen fast ausschließlich auf Forststrassen und anspruchsvollen Singletrails. (Unsere Karte “Oberes Mittelrheintal” zeigte hier einen Weg mit der Kennzeichnung RP...dies nur als Anhaltspunkt). Dieser Abschnitt ist beinahe durchgehend befahrbar, hat aber vor Doerscheid noch einen Schiebe-und Trageabschnitt, der jedoch in ca. 15 Minuten zu bewältigen ist. In Doerscheid legten wir unsere Mittagsrast ein: Empfehlenswert ist das Landgasthaus Bluecher mit einem wunderschönen Blick von der Sonnenterrasse auf das Rheintal. Tanja Wittig, unsere Lady Marathonna, gesellte sich hier zu uns, um die letzten Kilometer mit uns zu bewältigen. Dem Rheinsteig® folgten wir nun größtenteils exakt bis nach Kaub. In Kaub aber sollte man dem Rheinsteig® nicht zwingend folgen, da Dieser dort die Gastronomie anlenkt, was dem Wanderer ja auch entgegenkommt, dem Biker sich aber lediglich als Trepp-Auf, Trepp-Ab darstellt. Stattdessen sollte der anspruchsvolle Biker lieber dem Wanderweg mit der Bezeichnung Nr. 7 folgen. Die Route “7” führt schließlich stets in Rheinnaehe und eröffnet dem Biker und auch dem Wanderer dauerhafte Einblicke in das Rheintal. Zudem passiert man mehrere Burgen (Burg Gutenfels, Burg Nollig ). Ab Lorch kann man den 7’er Weg weiterfahren. Wir entschlossen uns jedoch zurück auf den Rheinhöhenweg zu radeln, um unsere Abschlusslokalität von “oben” anfahren zu können.
Punkt 17:00 Uhr beendeten wir unsere Rheinsteigtour, die ja eigentlich mehr eine Rheinhöhenwegtour wurde, da der Streckenverlauf auf dem R für Biker eigentlich eher geeignet ist. Außerdem umgingen wir damit unnötige Begegnungen mit Wanderern, die sich seit Eröffnung des Rheinsteiges wundersamerweise auf einmal auf dem Wege tummeln obgleich doch die Wanderwege schon immer da waren...

Unser (kulinarischer) Abschluss befand sich im Rebenhaus, weit über den Dächern von Rüdesheim, kurz unterhalb des Niederwalddenkmals. Der Ausblick auf den Rheingau ist von dort oben ein echtes Highlight.

Grober Streckenverlauf des zweiten Tages: Loreleyfelsen St.Goarshausen, Bornich, Doerscheid (Mittagsrast), Kaub, Lorch, Zwölf Apostel, Eiserne Hand, Aulhausen, Rüdesheim
Tageskilometer: 49 km Höhenmeter:1391

Gesamtkilometer: 203 km
Gesamthöhenmeter: 4919

Hoehenprofil

Ein letzter Tip für die Tourenplanung auf deutschen Wanderwegen
www.fernwege.de

 

Gitte und Lone auf der Personen-und Radfähre nach LahnsteinHubi & Ralfi beim HW im Rebenhaus

Das Rheinsteig- und Rhein-Burgenwanderweg Logo

Walter und Stefan auf der Rüdesheimer Autofähre

Singletrail vor Doerscheid

Improvisation beim AGENT

Singletrails Nähe Lorely

Blick vom Berghotel Lorelyfelsen
v.l.n.r.:Helmut,Markus,Ralf L.,Ralf W.,Wolfgang, Lone,Peter,Gitte,Roland,Stefan,Hubert,Walter,Kalli

Einer der spektakulären Aussichtsunkte des Rheinsteiges Nähe Loreley

Schiebepassage vor Doerscheid

Aussichtspunkt Nähe Kaub

Einer der vielen Rheinblicke

Der Klassiker - Rostischer Naachel...

 

Geschafft - Prosit und Hals und Beinbruch im Windgeschützten Aussenbereich des Rebenhauses.