Red Pulse auf den Spuren des Spätlesereiters

Kennen Sie Karl, den Spätlesereiter? Der bischöfliche Traubenkurier galoppierte 1775 von Fulda in den Rheingau - und kam fürchterlich zu spät. Ein Glück! Denn im klösterlichen Weingut Johannisberg fiel schon Edelfäule über die Trauben her, und das war die Geburtsstunde der Spätlese! Hinter diesen kulturhistorischem Hintergrund, des bischöflichen Traubenkuriers aus Fulda, machten sich die Kinder des Rheingauer MTB-Club Red Pulse und die Schüler der MTB-AG Hildegardisschule auf den Weg.

Vom 5. Bis 8. Oktober befuhr die 18 köpfige Gruppe, mit Kindern von 7 bis 12 Jahren und ihren Betreuern, den hessischen Radfernweg R3 auf ihren Mountainbikes.

Bereits am Sonntag ging es frühmorgens mit dem Zug nach Fulda um anschließend von dort die ersten 38 Kilometer nach Schlüchtern über den Fuldaer Bergrücken bei Regen und starken Sturmböen zu bewältigen. Am Montag in der Früh führte die Mountainbiketour dann weiter durch das Kinzigtal.
Vorbei an vielen altertümlichen hessischen Städten wie der Gebrüder Grimm Stadt Steinau mit seinen wunderschönem Wasserschloss.
60 Kilometer später erreichte die gesellige Gruppe ihr Ziel, die Stadt Langenselbold.
Hier wurde nach alter Red Pulse Tradition erneut in einem Naturfreundehaus übernachtet. Vorher jedoch musste der Kohlehydratmangel mittels riesiger Spaghetti-Bolognese-Portionen kompensiert werden.

Am nächsten Tag passierte die Gruppe das Schloss Philippsruhe in Hanau. Nun folgte man dem Main bis zu seiner Mündung, und nach 40 Kilometern wurde im Frankfurter Haus der Jugend eine weiteres Mal übernachtet.

Hier warteten bereits einige Eltern auf Ihre Kinder, um sie moralisch für den schwersten Abschnitt der Strecke zu unterstützen. Doch zuvor waren 200 Höhenmeter im Maintower zurückzulegen. Ausnahmsweise wurde dies innerhalb von 30 sec. durch den Fahrstuhl und nicht mittels Mountainbike erledigt.

Die faszinierende Frankfurter Skyline bei Nacht wird den Mountainbikern wohl lange in Erinnerung bleiben.

Denn am letzten Tag der Reise ging den Main entlang über Offenbach zum Vater Rhein. Dem folgten die Kinder dann bis nach Geisenheim ins Bootshaus wo sie nach einer Tagesleistung von 68 Kilometern und 208 Gesamtkilometern ihren Abschluss der Tour feierten.

Zum Schluss erhielt noch jedes Kind eine Urkunde mit der es für die enorme Leistung geehrt wurde. Vielen Dank gebührt auch den Helfern, die sich um den Gepäcktransport gekümmert haben.