Touren -> Gardasee 2002Red Pulse am Lago 2002 (14.09.02 bis 18.09.02)
Wer war dabei ?
• Hubert Schindler,
• Ralf Lott (Fahrer),
• Wolfgang Bruchhäuser,
• Walter Paisler und
• Roland Pütz.Die Anfahrt:
Am Samstag morgen um 00:20 reanimiert mich mein Wecker mit irgendeiner um diese Uhrzeit typischen Musik. Country oder so. Ach ja, wir wollen an den Gardasee ein paar schöne MTB-Touren fahren. Red Pulse on Tour lautet das Motto. Wie vereinbart fährt Ralfs BMW gegen 01:20 Uhr bei mir ein. Alle anderen Jungs sitzen schon im Wagen und grinsen mich mehr künstlich als wirklich freudig an. Es ist halt Nacht und normalerweise schläft man um diese Uhrzeit. Also Bike hinten drauf – ich vorne rein – wegen meinen langen Kackstelzen – und ab durch die Mitte. Über die A8 nach München, Innsbruck, Brenner, Abfahrt Rovereto nach Arco am Lago die Garda. Die Fahrt dauerte ca. 10 h und es war doch sehr eng zu fünft in dem Wagen. Was soll’s wir waren an unserem Ziel. Die Wohnungssuche hielt uns noch ein wenig auf, aber schließlich fanden wir unsere „Residence Verdeblue“. Schnell legten wir einige Euro zusammen um das „Nötigste“ einzukaufen. Noch schneller waren die ersten 150 Euro verbraucht. Tortellini bis zum Abwinken. Wenn Roland schon mal hungrig einkaufen geht.....
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Tag 1:
Eigentlich sollte der erste Tag so eine Art Einrolltag werden. Quasi nach dem Motto, die
Tour kennen wir schon, die Strecke ist bekannt und die fahren wir. Den Moser kaufen wir uns dann morgen. Der Günni hatte uns schon mal diese Tour vor ein paar Jahren gezeigt. Ja ja, der Günni, der kennt sich am Lago aus. Leider hatte er dieses Jahr keine Zeit, deshalb dachte ich, schüttelst halt die Tour mal so aus dem Ärmel. Iss ja erst 5 Jährchen her wo ich das letzte Mal drübergerutscht bin. Also ab durch Riva, hoch Richtung Tenno See und bis zum Wasserhäuschen. Total falsch, aber trotzdem genial, da wir auf diese „Trial and Error“ Weise einen absolut geilen Trial erwischt haben. Wir fuhren also bis nach Tenno und dann durch das „Val di S.Piettro“ und bogen dann rechts weiter auf eine erst bergauf führenden Schotterweg ein. Dieser mündete dann auf den Centiero 409. Sensationell anspruchsvoll und eventuell ein bißchen zu heftig für den Einstieg am „ersten“ Tag. Na ja, Ralf und ich hatten auf jeden Fall riesig Spaß und ich glaube auch dass die Anderen ihr Teil hatten. Dieser Trial hatte nämlich so allerhand Absätze, Stufen und schönsten italienischen Schotter zu bieten. Ab und zu muckte mal das Bike und Walter bzw. Roland wurden von ihren fahrbaren Untersatz recht stürmisch durchgerüttelt. Speziell Roland mit dem Hardtail wurde regelrecht „durchgebockt“. Irgendwann musste Ralf jedoch zugeben, dass sein Dämpfer unheilbar und unwiderruflich Luft verlöre. Heißt im Klartext, für ihn war der heutige Tag rum, weil Dämpferpumpe lag in der Ferienwohnung.
Wir jedoch wollten unbedingt noch das Wasserhäuschen entdecken und noch den „Tia Amo“ Felsen befahren. Also Ralf verabschiedet und nur noch zu viert weiter einen netten steilen Asphaltweg auf der nun richtigen Fährte bergauf Richtung Padaro und noch a Stückl weiter. Da! Das Wasserhäuschen, endlich... Sattel runter, und rein ins Vergnügen.... aber irgendwie, ja Mist, irgendwie kam uns das alles doch soooo unbekannt vor. Vorwärts gefahren bis zum Klettersteig. Bah, falsch gefahren, also wieder zurück und dann am Schild Richtung Arco abbiegen. Zwar falsch, aber immer noch wundervolle Trials stets down, down down... Ich vorneweg, danach Hubert, Roland, Walter. Irgendwann ein Rufen von Roland aus der Ferne. Wahrscheinlich ein technischer Defekt, oder so .... Hubert und ich warteten noch mal, bis wir einen weiteren SCHREI !!! von Roland hörten. Shit, irgendwas Größeres als nur ein Platten war wohl passiert. Wir ließen unsere Bikes also liegen und rannten den schmalen Pfad zurück. Roland kletterte bereits irgendwie und irgendwo ca. 15 mtr. unterhalb des Biketrials herum und gab uns zu verstehen, daß Walter ungewollt und ferngesteuert eine Abkürzung genommen hatte. Erst jetzt, als wir den Weg von unten hoch rannten, sahen wir, wie nahe wir die ganze Zeit am steilen Abgrund entlang gefahren waren. Und genau da war Walter runtergeschmissen. Oh Mann, das ist tief...ich kann nicht mal über den Rand sehen. Weiter unten sehe ich Walters Bike liegen, ich rufe: Walter, sag was !!! Nix ! Ich rufe noch mal: Walter, sag mal was und dann hören wir irgendwelche Stöhnlaute. Shit, der ist da wirklich runtergestürzt, oh Mann ist das Tief. Alles geht mir durch den Kopf, verdammt wie können wir da runter und unseren Kameraden da rausholen? Schließlich war aber Roland schon irgendwie da herabgeklettert und wir kamen dann hinterher. Walters Bike lag wie bereits gesagt ca. 15 mtr. tiefer als die Stelle, von der er den Abgang gemacht hatte. Aber Walter lag auf einem Absatz „nur“ 6 mtr. tiefer.
Oh Mann, hatte der ein Glück im Unglück !!!
Hubert und ich also runter. Auf dem Weg dorthin fand ich einen Bikecomputer eine
Bikerjacke, eine Bikerpumpe und weiter unten lag eine weitere Bikerjacke. (Ich erwartete schon fast, dass da noch irgendwo eine mumifizierte Bikerleiche lag..) Die Sachen, alles nicht von Walter. Es schien sich hier um eine allseits beliebte Absturzstelle zu handeln.
Walter lag also da und war am Stöhnen. Der Mann hatte eine Schock, das sah man. Das Schienbein wies eine tiefe Platzwunde auf. Schulter, Ellbogen und Po waren mit kleineren Schnitt- und Schürfwunden übersäht. Mittlerweile krabbelten wir alle um Walter rum und fragten ihn aus...Was’n los... Kannste Deine Hände, Fußzehen bewegen, Füße bewegen ..???? schwindelig? Leg Dich hin und Deine Füße hoch. Mach dies, mach jenes, geht’s noch ??? Etc...
Walter aber gab lediglich von sich: „Auuaaa, kannst Du mir mal den Stock unter meinem Arsch rausziehen?!“ Der Kerl flog per Salto Mortale den Berg runter und alles was ihn stört ist ein Stück Holz unterm Allerwertesten. Alle Achtung, der Walter ist ein „Knübbelhadder Hund“.
Diagnose: Nix gebrochen, keinen Impact an der Wirbelsäule, alles heilbare Geschichten.
Mann hatte der Walter ein Glück. Hättet Ihr gesehen wo der runter iss, Ihr hättet Schlimmeres befürchtet.
Jetzt galt es unseren Kameraden da aus dem Loch zu holen, in das wir selbst Schwierigkeiten hatten, rein zu klettern. So nach und nach holten wir erst das Bike, danach Walter, der jetzt wieder etwas beruhigter war, zurück auf den Trial.
Hubert und ich suchten noch nach Walters Bikecomputer (Auf Walters Wunsch hin (DM 180 auch noch futsch ?! Nee , bitte sucht) In halsbrecherischer Weise haben dann Hubert und ich das teure Stück aus der Absturzstelle gefischt. Roland fuhr (schob) mittlerweile mit Walter zurück in unser Domizil, das in Lifarno (Arco) lag. Dort angekommen fuhren Ralf und Roland dann mit Walter ins nächste Hospital um dort die weitere ärztliche Versorgung sicher zu stellen . Ich war leider nicht dabei, aber Ralf und Roland erzählten, dass sie wohl einen ziemlich sadistischen Arzt erwischt hatten, der immer wieder fragte: Schmerzen??? Und dann schön feste mit dem Jodlappen Walters Schienbeinwunde bearbeitete. Aber auch das wurde von Walter überstanden ..und das Nähen der Risswunde am Schienbein. Später kamen dann die Drei wieder ins Lager. Walter mit einem schön, dicken Verband am Bein, wo sich schon das Blut durchdrückte (Drainage halt). Pflaster und „was weiß ich noch alles“ am Armen, Beinen und auch irgendwas am Arsch, pardon Hintern.
Für Walter war der Bike-Urlaub bzw. das Biken für die nächsten 14 Tage kein Thema mehr. Das hatte ich auch schon mal und ist aus Sicht des Betroffenen echt SCHEISSSE! Na ja, der Walter hatte einen riesen Bammel an diesem ersten Tag und wir waren alle froh, daß da nicht mehr passiert war. Grund genug mal besser auf den Weg zu achten und unsere weiteren Touren sorgfältiger zu planen.
Tag 2:
Arschgeleckt, von wegen sorgfältig planen. Wir hatten also nun den Moser 11 (3.Auflage von 2001 für Euro 31,00) und radelten munter ohne weiteres Kartenmaterial los. Geplant war Tour No.: 24 (Ronda Marocche). Diese Tour versprach eine „Supertour“ zu werden mit Super Trials am Dos Calt und Marocche. Leider war es ein Fehler ohne Kompass-Karte oder Sonstiges loszufahren. Und mit Mosers über-genauer Beschreibung gelang es uns, locker an der Abfahrt Pianaura statt links, rechts weiter zu fahren. Shit! Irgendwann, bereits etliche hundert Höhenmeter weiter bemerkten wir unseren Irrtum und folgten dann halt einfach weiter den Schildern „Arcobikearena“ (oder so ähnlich) Tour No:2 die in Arco beginnt und auch wieder endet. Die Rentnerbiker die wir mehrmals unterwegs trafen meinten, es wäre eine schöne, aber auch anspruchslose Tour. Also keine Trials und Speed-Downhills. Spätestens jetzt suchten wir das Risiko und fanden es auch – leider nicht wirklich. Stets mit den Augen am Hang suchten wir die Rot-Weiße Markierung die in irgendeiner Weise versprach, wie ein Trial auszusehen. Es gelang uns nicht. Also gegen 15:00 Uhr bekamen wir Hunger und beschlossen in der nächsten Rifugio halt zu machen. Von den Jungs mit den Fullys durften wir einen Blick auf deren Kartenmaterial erhaschen und beschlossen dann, noch einmal die Asphaltstraße nach Santa Barbara zu nehmen um von dort den Centiero 637 herab zu sliden. Das Ding war leider auch nix und somit war diese Tour leider bis auf wenige Highlights (Panorama) nicht der gewünschte Kick. Na ja, wenn „Kick“ bedeutet, daß ein Bikekamerad den Hang runtermacht, so kann man auch locker drauf verzichten, zumindest einen Tag lang.
Tag 3:
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Tour 43 (Monte Altissimo, Alternativ-Wegeweiser 2) mit dem Endtrial Centiero 601 war geplant. Nachdem ich am Vortag als Tourguide ziemlich verspielt hatte, machte nun Ralf den Versuch. Klappte auch ganz gut. Zu viert fuhren wir nun im Rhythmus von 100 Höhenmetern pro 8 Minuten die Asphaltstrasse zum Altissimo hinauf. Nach 15 km bergauf ging es dann weiter bergauf erst auf Schotter, dann auf einem sehr gut präpariertem Wanderweg weiter. Eine etwas ältere, aber sehr nette Lady scherzte mit uns und half uns noch ein wenig weiter was die weitere Wegeführung anbelangte. Ab 1700 Metern war nämlich größtenteils Schieben und Tragen unserer Bikes angesagt. Ca. 300 Höhenmeter mussten nun so noch erklommen werden. Also, die Drahtesel auf die Schultern und los ging es. Leider war die vielgerühmte Aussicht gleich Null. Nebel, Nebel und voll die Suppe. Der Grund dafür, daß ich mir während des letzen Aufstieges per Pedes Klopapier in die Ohren stopfte, damit ich meine Mittelohrentzündung einigermaßen konstant halten konnte.. Es war geschafft, so dachten wir, insbesondere Roland der beim gesamten Aufstieg mehr so Galama fuhr statt volle Leistung (meines Erachtens kongred korregt). Nach ca. 2 h 40 min. konnten wir uns unsere wohlverdienten Spaghetti auf dem Rifugio Monte Altissimo einverleiben und schlugen nun die Variante auf den Centiero 622 ein. Klasse Downhill auf der baumlosen Alm und danach sensationeller schmaler Singletrack auf dem 650, immer knapp am Hang lang.... Das war wirklich gut und in etwa der Stoff aus dem Bikers Träume sind. Geil. So nach und nach passierte aber nun das, was immer passiert, wenn man sich irgendwie, irgendwo lange aufhält. Die Zeit läuft weg. Einmal verfahren, und schon steckt man in der Scheiße. Genauso kam es und wir mussten den leidlichen Kompromiss eingehen und aufgrund Zeitmangels den geplanten Abstieg auf dem 601 cancelen. Stattdessen ging es vom 650 kommend nach Brentonico über Mori zurück nach Torbole. Toller glatter Radweg haben die da. Na ja, wir waren gegen 19:30 in der Wohnung (20:00 Uhr völligste Dunkelheit) und tösteten uns damit, daß wir den 601 sowieso nicht hätten fahren können, da es dann dunkel gewesen wäre. Was soll’s, wir waren daheim und der Rotwein war warm gestellt. Walter wartete bereits mit einer Kanne Kaffee und Hubert meckerte über Ralfs Strecken-Unkenntnis.
Alles Kinnerkram!!! Aber am nächsten Tag war’s umgekehrt, immer noch Kinnerkram!!! Ja ja, die Bube halt. Roland und ich fanden es trotzdem gut... und das langt doch oder ???
Tag 4:
Guten Morgen, leider bewölkt. Wie war das noch bei Wetter Dot Com ? Drei Sonnen für die ganze nächste Woche am Lago. Die Lago-Lüge? Doch nicht, bis wir nämlich gefrühstückt hatten und unsere Platten geflickt, Ritzel getauscht und Bikes gebändigt hatten, riss die Wolkendecke auf und das Stimmungsbarometer stieg, bis auf die Stimmung die sich Walter zusammenbrabbelte. Geiles Wetter am Lago und das Bein geflickt, so was tut schon irgendwie weh (Kenn ich).
Welche Tour hörte sich denn gut an ? Beim Blättern durch den Moser Bike Guide fiel uns immer wieder eine Namensgebung besonders auf: No. 29 „Pianaura Trials“ Wenn der Name hier Programm war, dann war daß das Richtige für uns. Den Einstieg kannten wir ja bereits von Tour No. 24. Doch dieses Mal fuhren wir bei Pianaura bewusst Richtung Troijana. Es gab kein Vertun. Hubert hatte sich Mental, Körperlich und Kartentechnisch darauf vorbereitet ein GUTER Touren-Guide zu sein. Unter den aufmerksamen Augen Ralfs, der nur auf einen Fehler von Hubert wartete, fuhr Hubert, bzw. NUTELLA (neuer Künstlername, da „Vereinsmeister“ ja nun nicht mehr zutraf) mit Großbildkarte am Lenker bergan und vereitelte jeglichen Versuch anderer Gruppenbiker die geplante Route umzubiegen. Hier sprach der Beamte, schließlich werden Gesetze nicht gemacht um sie zu beugen. Ralfs Stimmung sank so langsam ins Bodenlose, wurde aber immer wieder durch wirklich geile Trials abgefangen. Echt, die Trials um Pianaura sind sensationell, mal mit runden grobem Fels ausgeschlagen, mal mit abgebröckeltem spitzen Schotter mal mit Walderde. Immer steil, immer geil. Schnell zu fahren, aber: Hier besteht Helm- und FULLYPFLICHT !!!! Nur, man sollte den Dämpfer auch freischalten und den gewissen Hebel auch umlegen, so dass das Schwingenteil auch schwingt, gelle Nutella? Ralf und ich hatten eine Menge Spaß, ich höre jetzt noch Ralfs orgastische Schreie wenn er über einen geilen Fels donnerte. (Ob er auch so jubelt, wenn er über eine geile Frau donnert?). Ein Leckerbissen war die Durchfahrt durch ein stillgelegtes Kalkstein Bergwerk oder auch Kalkgrotten. Wir fuhren so quasi „unter Tage“, wenn auch nur wenige Meter. Etwas weiter unten erschrak ich fürchterlich, als eine ca. 2 mtr. lange Schlange mit einer Irrsinnsgeschwindigkeit direkt vor meinem Vorderrad meinen Weg kreuzte. Das Ding hätte mich um ein Haar verschlungen. Der Schreck legte sich aber bald wieder und so schafften wir es gegen 15:30 Uhr endlich wieder bei unserem Geburtstagkind Walter einzutreffen. Gefeiert wurde dann in der Speckstube in Malcesiné bei Schweinshaxe und Weizenbier. Ein Happy Birthday war dann auch noch drin.
Tag 5:
Der letzte Tag der diesjährigen Vereinstour. Es sollte noch ein geiler Abschluss werden. Zuvor jedoch musste aber noch die Frage der Tour selbst geklärt werden. Ralf plädierte schwer für Centiero 601 und ich hatte noch die Monte Missone Tour als Highlight im Kopf. Also hin und her und schließlich entschieden wir uns dann für folgende Varianten: Zuerst die Missone Tour und wenn noch Zeit ist den 601 als i-Tüpfelchen. Spätestens mit der Gewissheit, daß der Startpunkt der Missone Tour am Lago die Tenno lag, wussten wir, daß der 601 nicht mehr zu schaffen war.
Kurz vor 12:00 verließen wir unsere Herberge und hinterließen einen immer noch verletzten Walter, der mit einer Träne im Auge uns noch viel Spaß wünschte. Es war auch sein letzter Tag, den er einsam in der Ferienwohnung verbringen musste. Etwa eine Stunde später waren wir dann auch am Tenno See an unserem offiziellen Startpunkt der heutigen Tour auf 600 Mtr. Meereshöhe. Hier ging’s dann auch gleich richtig zur Sache. Kurz nach einer kleinen Einrollphase ging’s auf losem Geröll in Steigungen von 20 bis 25 % rechts am Tenno vorbei bis zur Ortschaft Balloni. Das ist der Ort vor dem wir mal vor Jahren auch mit den Bikes von einem Regenschauer aufgesucht wurden und dann in ein Kaffee flüchteten. Etwa 2 km hinter der Ortschaft wurde es wieder schroffer, steiler und härter. Ein sehr schöner Waldtrial (Variante No. 1) bzw. Karrenweg führte uns nun hinauf Richtung Monte Missone. Doch zuvor bogen wir wieder auf die Asphaltstraße ein und schlängelten uns mühsam in etlichen Spitzkehren erst auf Asphalt, dann auf waldigen Schotterstrassen zum Gipfel. An der Rif. Monte Missone machten wir eine kleine Pause und tankten Mineralwasser, das eigens für Wanderer und Biker dort oben in der gottverlassenen Gegend deponiert war. Roland hatte eine Kuh entdeckt und machte sich auch gleich an deren Euter. Kam aber nix raus. Sogleich zeigte er uns auch seine überragende Kenntnis mit dem Umgang von Kühen und demonstrierte uns wie man eine Kuh beschlägt. Werden Kühe beschlagen? Hubert wirbelte unterdessen wie wild sein Vorderrad herum um seinen Tachostand mit den km Angaben der Moser-Karte abzugleichen.
Gut, wir waren nun also oben auf 1600 und ein paar gequetschte Meter. Die Pflicht war erfüllt und nun folgte die Kür. Downhill vom Feinsten, pardon, ich meinte Downhilltrial vom Feinsten. So galt es hier und da ein paar Felsabsätze zu meistern oder über einen fetten Baumstamm zu springen, wenn es die weitere Streckenführung erlaubte. Stets steil, stets geil, doch weiter unten wurde der Untergrund etwas loser und daher auch rutschiger. Teils unberechenbar, teils unkontrollierbar fuhren wir so bergab. Ralf kam mit Walters Bike super zurecht und zeigte dem Votek was es alles kann. Auch ich war am Anfang noch gut bei der Sache, aber nachdem ich zweimal das Bike verlassen musste um meine eigene Haut zu retten, fing die Konzentration an nachzulassen. Was soll’s, dann trägt man halt mal sein Bike ein Stückerl, gelle ? Hubert und Roland taten das eh schon ein Weilchen. Weiter unten wurde der Weg dann auch wieder besser und fahrbar. Dann ging’s mit Speed auf Schotter schnell weiter. Die Schotterpiste am Schluss des Missone Trials ist echt vom feinsten und einfach klasse zu fahren. Nachdem ich als Erster aus dem Schotterdownhill rauskam hatte ich auch direkt Gelegenheit meinen ersten Durchschlag zu flicken. Kurze Zeit später befanden wir uns am Rifugio Piedro auf immerhin noch 967 Mtr. Und pfiffen uns ein paar Cola und ein paar Nudeln rein. Die Rechnung war noch härter als der zuvor gefahrene Trial. 56,40 Euro für vier Personen (Nudeln 7,50, Cola 2,00) Wow !!! Hier wären nur noch wenige unspektakuläre Meter bis zum Tenno See gewesen, aber dann baute Hubert baute den sogn. Nutella Trial ein. Centiero 401 und dann 409. Okay, eine kleine Tragepassage von etwa 10 Min. auf dem 401 aber dann ein zahmer schöner Waldweg bis zum 409. Der 409 ist dann aber auch wieder um so härter und wird immer schwieriger mit zunehmender Fahrtdauer. Totale Aufmerksamkeit und dauerndes Bremsen bzw. Bremsbereitschaft machen einen solchen Trial dann doch noch schwierig, zumal wir schon ca. 1900 Höhenmeter in den Beinen und Köpfen hatten. Die kleinen Stürze zuvor gaben uns auch noch ihr Teil. Irgendwo hatte ich dann meinen zweiten Durchschlag und musste wieder flicken bzw. wechseln. Nur gut, daß ich zwei Ersatzschläuche dabei hatte. Roland und Hubert fuhren schon mal voraus und killten beinahe eine Blindschleiche. Roland zerteilte die Schlange in zwei Hälften mit seinem Vorderrad. Beide Teile schlängelten wie wild umher. Einfach Eklig. Lebbe geht weiter, zumindest für den vorderen Teil der Schlange. Ich „kümmerte“ mich noch um den hinteren Teil bevor ich weiterfuhr. Wäääh! Zurück auf Asphalt und wieder weiter bergauf. Hubert hatte mental die Tour schon abgeschlossen und nahm auch daher physikalisch den direkten Weg zur Wohnung. Wir jedoch wollten Ralf noch Walters Absturzstelle vom ersten Tag zeigen. Also noch mal von 247 Mtr. auf 378 Mtr. an Padaro (351 Mtr.) vorbei und wieder am Wasserhäuschen rein.
Kurz darauf waren wir an Walters Unfallort. Ralf meinte ungläubig, daß wir scherzten. Aber nein, was er da vor sich sah war die schmerzliche Wahrheit. Hier ging’s runter und zwar brutal gemein. Mann hatte der Walter ein Glück. Sichtlich beeindruckt fuhren wir weiter und schon in der nächsten Spitzkehre legte sich Roland aufs Maul. Scheißdreck waren seine Worte, weil er sich einen Kratzer in seinen am Vortag gekauften neuen Helm geritzt hatte. Scheiß drauf sagte ich. Besser ein Ritz im Helm als im Hirn. Oder ? Stimmt doch !!! Gut, weiterfahren..... ca. 50 mtr. weiter verlässt Ralf auf etwas unorthodoxe Art und Weise den Trial und schlägt in den Wald ein. Muss wohl am Bike liegen!! Klaro! Jetzt war’s AUS mit der Konzentration und dem Fahrspaß. Ab jetzt galt nur noch: „I will survive!“ Einfach nur überleben. Nach wenigen hundert Metern war es auch geschafft. Zwar immer noch auf 300 Mtr. Seehöhe aber auf Beton bzw. Kopfsteinpflaster. So endete die Tour bei Arco. Ganz offiziell. Die letzten Tortellini die Roland am ersten!!! Tag gekauft und gekocht hatte wurden verzehrt (Immer noch lecker) und danach folgte der hektische Aufbruch und das Bezahlen der Wohnung. Leider hatte ich die Zeit übersehen, wann gezahlt werden musste und so rief ich die Herbergsmutter an und erzählte ihr von einem überraschenden Aufbruch, da Notfall zu Hause. Kein Problem, denn auch unser Geld wurden wir schließlich los. Das liegt jetzt so ca. 3 h zurück und ich hämmere hier diesen letzten Tagesbericht in den Rechner während Ralf versucht, mich mit seinem unharmonischen Fahrstiel daran zu hindern.
Es ist ihm aber nicht gelungen ;-)
Die von uns aufgezeichneten Höhenprofile (HAC4):
Tag1:
Tag2:
Tag3:
Tag4:
Tag5:
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Die RED PULSER am Lago di Garda