Touren -> Nauders 1999

Der erste Tag unserer 1999 Tour sollte, wie immer, ein sogn. Einrolltag sein. Also nicht gleich zu heftig, da die Muskeln und Knochen der Red Pulser vom Rheingauer Gelände noch zu sehr verwöhnt waren. Einen heftigen Sturz gleich am Anfang der Tour wolten wir vermeiden (hatten wir schon mal...). Na ja, so stürzten dann auch an diesem ersten Tag nur der Walter P. (Überschlag! Walter P. wird von seinem eigenen Hinterrad überholt !), Lothar T. (obligatorischer Abgang in die Pinien) und Wolfgang B. (beim Herumkaspern vom Hinterrad überholt und auf den Arsch gefallen). Ungetrübt von diesen Nebensächlichkeiten legten wir an diesem Tag lediglich 31 km bei 1300 Höhenmetern zurück. Dafür benötigten wir knapp 3 Stunden. Alpines Gelände ist halt doch ganz anders als der Taunus. Dafür war der höchste Punkt der Tour immerhin 2180 M über NN (Dreiländereck).
Die Highlights dieses Tages:
· Wild fletschende Hunde verfolgten uns mehrere hundert Meter. Zum Glück ging es an dieser Stelle etwas berab, sodass wir keine Mühe hatten, die Brut los zu werden.
· Ein ca. 70-100 jähriger Biker fährt uns an der Reschensee Staumauer beinahe in Grund und Boden (peinlich).
· Fantastischer Singletrail zum Grünsee. Genialer Downhill mit Anfangs weichem, feuchtem Wiesenboden, Absätzen und steil - sehr steil (keiner von uns ist Alles gefahren!)
· Weiter unten geht das Ganze in Schotter, später in eine Wurzelpassage über. Der Weg wird schön schmal, so wie wir es alle lieben....
Ende der ersten Tagestour gegen 17:00 Uhr bei Coke & Kuchen. Walter P. kocht an diesem Abend Spaghetti nach original Rüdesheimer Hausrezept. Ehefrau Maria P. lässt grüssen. Einige TV-Junkies entdecken doch tatsächlich einen Erotikkanal (ohne Ton) auf dem Haus TV. Schnell werden die müden Muskeln wieder straff und die Leiden des Tages sind vergessen....


Am Reschensee
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Die Tour des zweiten Tages schimpft sich "Schweizer Runde" und beginnt mit einem wirklich schönen Einstieg. D.h. ein Downhill Richtung Martinsbruck (Schweizer Grenze). Dieser Tag brachte es schon auf 50 km bei gefahrenen 2100 Höhenmetern. Dafür brauchten wir aber auch schon fast 7 Stunden. Höchster Punkt: 1720 M über NN. Lothar T. schmiss selbstverständlich wieder einmal hin (nur dumm gewesen und gegen Stein gefahren. Überschlag war die Folge).
Highlights:
· Hubert S. rettet seinen Titan-Boliden nur mit einem beherzten Griff ans Hinterrad vor dem Absturz ins Nichts ;-).
· Feuertänzer Stefan S. macht einen Steptanz in den Brennesseln und gibt Günter S. die Schuld.
· Heftiger Uphill bis zum Sumpf. Geschpächsthema: Die riesen Dinger, die man am Vorabend auf Kanal 13 (Venus TV) gesichtet hatte.
· Mittagsrast in der Schweiz in Ramosch. Die Preise für Spaghetti (was sonst!) sind den schweizer Verhältnissen denn auch gleich entsprechend.
· Bei einem "Speed Asphalt Downhill" (Spitze 70 km/h) wird Hubert S. von Walter P. beinahe vom Bike geholt. Heftige Diskussonen folgen..... Alles wird Gut (am Ende).
· Ein ellenlanger Uphill folgt. Lothar T. kreischt "Scheissdreck !" und fängt an den "Bikerblues" erstmals zu erwähnen.
· Eine stockfinstere Tunneldurchfahrt auf losem Geröll bergan. Hubert schreit hysterisch. Der Mann hat Nerven wie Mäusestrapse.
· Zwischenstop am Schwarzensee. Ein Superpanorama zeigt sich den Naturfreunden. Der Rest der Welt säubert sein Bike im See (Pfui - Umweltverschmutzer!).
· Wasserfassen an einer Bergquelle. Da das Quell-(oder Quetsch) Wasser etwas salzig schmeckt, wird eifrig darüber diskutiert, wie wohl der Geschmack ins Wasser kam. Hier nicht druckbare Vorschläge lassen die Geniesser erschaudern.... ;-).
· Abschluss Downhill nach Nauders. WOW ! Super Singletrail-DH mit echtem Kurvenfeeling. Sowas gibts kaum im Taunus.
· Abschluss bei Weizenbier und Sommersonne auf dem Balkon unseres Appartements. Danach noch ein Saunabesuch und die Welt war perfekt. Lothar T. lässt die Sauna Sauna sein und badet lieber. Das befriedigt wohl noch mehr.....
Stichwort Sauna: Walter P. entdeckt vermeintliches Fitnessöl und reibt sich natürlich gleich seine Beine damit ein.War natürlich kein Fitnessöl, sondern Aufgussfluid für die Sauna. Na ja, geschadet hat's nicht...


Regen-Rast unter den Bäumen
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Der dritte Tag ging als "Nordberg-Day" in die Vereinsgeschichte ein. Der Tag teilte sich in zwei kleinere Etappen auf. Die erste Etappe führte uns an den Losschrofen Trial auf eine Höhe von 1820 M über NN bei 20 km Streckenlänge und gefahrenen 1000 Höhenmetern (Richtung Grünsee - Schweizer Grenze). Die zweite Etappe von 32 km sollte, was Höhenmeter anbelangt, hier besser nicht erwähnt werden.
1. Etappe:
· Günter S. hatte die Fahrt als "Trial & Error Tour" deklariert. Das war sie dann auch.
· Trialeinstieg bei Losschrofen. Suupergeiler Trial-Downhil mit massig Wurzelpassagen und Felsplateau Überquerungen.
· Megasturz von Stefan P., der, wie schon oben erwähnt, den Tag als Nordberg-Day umbenannte (Flick-Flack übers Bike, den Lenker fest im Griff. Haltungsnote: 1, Schmerzgrenze:erreicht!).
· Umfahrung des Sellesköpfle. SingleTrack mit Wurzeln bespickt, berab - bergauf stets abwechselnd (Ziemlich anstrengende Sache). Hat den ein oder anderen reichlich Körner gekostet....
· Uphill Prüfungen wohin das Vorderrad auch zeigt. Als Wolfgang B. am Steilstück den schiebenden Günter S. überholt erwähnt der Anfangs "Gut Wolfgang, fahr weiter so..". Als er aber dann auch noch von Walter P. fahrenderweise eingeholt wird heisst es dann schon " Oh Mann, jetzt fahrn' die ganzen Lutscher hier auch noch hoch..!".
· Fachsimpelei zwischen Hubert S. und Stefan P. über das Verhältnis von Ritzelgrössen zur Speichenlänge (Dumm Geschwätz hoch 10). Das Gespräch wird zum echten "Mumpitz am Hang". Günter S. Hält's nicht mehr aus und setzt sich mit einem Solo-Uphill-Sprint von den Dummbabbelern ab. Recht hat er.
· Super Ausblick von einer Steilwand ins tiefe Inntal (400 Meter freier Fall).
· Schöner moderater Downhill zurück nach Nauders. Überquerung von Holzstegen am Grün- und Schwarzsee, da sumpfiges Gelände.

2. Etappe: Umrundung des Reschensees
· Herrlicher Rückenwind bis zur Staumauer.
· Fotosession an der bekannten Seekirche des Reschensees.
· Staumauer: Ohne Leitplanken an der Talseite. Das ist ein klarer Fall für den Geländer Hermann alias Lothar T. (unser mitgebrachter Sicherheitsbeauftragter).
· Schrecklicher Gegenwind auf dem Rückweg, was ja auch zu erwarten war.
· Der Versuch vom Asphalt weg zu kommen endete in einer Tragepassage am wahrscheinlich steilsten Hang in dieser Gegend. Lothar T's Waden spritzen beim Schieben plötzlich in alle Himmelsrichtungen (geplatzt!). Anders lies sich die Wiese mit Dead-End nicht umgehen.
· Windsurfer auf dem See gesichtet. Hubert S. und Wolfgang B. verspüren aus historischen Gründen ein leichtes Kribbeln im Bauch... Die Farbe des Seewassers (türkies) lässt das Gefühl jedoch wieder schnell verschwinden.
PKW-Tour nach Samnaun (man muss es ja mal gesehen haben, oder auch nicht). Kuriose Rückfahrt durch enge Tunnels und noch engere Strassen .
Am Abend entstehen erste Strophen des "Mountainbike-Blues".


Hubert in Action

 

Hoch

Vierter Tag. Die "Regentour".
Obwohl der Regen zwei unserer Biker seelisch für das Biken an diesem Tag nicht gewinnen konnte, startete der Rest im Regen. Bergauf und dann noch Regen ist schon ziemlich hart. Aber egal. Irgendwann hörte das mit dem Regen dann auch auf. Die Tour wurde zusehends besser (schlechter ging nich mehr). So benötigten wir für 25 km bei 1700 gefahrenen Höhenmeter auch fast 4 Stunden. Der höchste Punkt lag auf 2200 Höhenmeter über NN (Bergstation - Bergkastel). Lothar hatte seinen täglichen Pfilchtsturz (Singletrail, Felsen ausgewichen, Grasnabe tangiert, Loch gewesen, Fresse poliert). So oder ähnlich hatte sich der Sturz in Sekundenbruchteilen wohl abgespult. Zeugen gab es leider keine. Eventuell war die Aktion sogar noch viel trivialer. Nichts desto trotz: Das Tragen von Helm und Handschuhen ist überlebenswichtisch !
Highlights:
· Nonstop Uphill im Regen
· Downhill auf einer Skipiste (ohne Schnee versteht sich, aber steil).
· Auffahrt bis zu einem einsamen Gehöft mit sehr einsamer, süsser Kuh. Der Besitzer war zwar freundlich und hilfsbereit, aber durch Wolldecke im Mund kombiniert mit Dialekt leider nicht zu verstehen. Das was er zu sagen hatte war eh unwichtig.
· Eine wiederum freundliche freilaufende Kuh leckte Wolfgang B's Schweiss und verliebte sich mit sofortiger Wirkung. Es half nur noch die Blitzflucht (Startkommando 1-2-3-und los) mit Vollgas, da die Kuh nebst Gefolge sonst wohl eine Vergewaltigungsorgie gestartet hätte.
· Speed Downhill auf Schotter ! (Schnell und gefährlich)
· Einkehr in einer menschenleeren Skihütte (im Winter ist da sicher mehr los). Bei Gulaschsuppe und Kaiserschmarrn lassen wir uns von der hübschen Bedienung verwöhnen.
· Steiler Uphill längs des Wildbaches (Idyllisch aber anstrengend!). Leider falsch gefahren (Höhenmeter, die uns keiner mehr nimmt..).
· Umgehung einer Schneebrücke. Geländer Hermann verweigert definitiv die Überquerung. Die Vernunft hat wieder einmal gesiegt.
· Wanderweg Nr. 18. Singletrack mit anspruchsvollen Trialeinlagen. Feuchte Wurzeln und nasse Steine werden nur von den wahren Könnern gemeistert. Der Rest schiebt halt.
· Zu überquerende elektrische Weidezäune wiederbeleben manch schlaffes Glied sprunghaft (Autsch!).
· Absichtlich eingelegte Höhenmeter kosten Schweiss und tausend Mücken das Leben. Lothar T. hätte besser seine vorlaute Bemerkung: "War das schon ALLES ?" besser bleiben lassen sollen.
· Rasanter Downhill nach Nauders auf Asphalt. Geländer Hermann wird von Günter S. gewagt überholt, worauf G.H. mault. Günter S. dazu: "SPEED IST ALLES !!!" Thema abgehakt.

Ein kurzer Besuch der Veranstaltung "Dreiländergiro" läst unsere Geldbörsen in der Hose erzittern. Sprunghafter Anstieg der Preise auf diesem Volksfest (DM 5.- für eine Dose Radler und DM 10.- für Schälchen Spaghetti) zeigen wieder einmal was wir Touries in Scharen auslösen können. Nachtprogramm: Nach einem gelungenen Abendessen in der Nauderer Burg (sehr schönes Ambiente!) gehen Wolfgang B. und Lothar T. daran, die Bestände der ALDI-Weizenbierdosen drastisch zu schmälern. Der weitere Verlauf des Abends war von dieser Begebenheit stark geprägt. Die restlichen Biker besuchten das Pub namens "Tracktor". Hier brannte tatsächlich die Theke, im wahrsten Sinne des Wortes. Andererorts zählte man bereits 20 Stk. wiederverwertbares Weissblech. Ausklang des "Apres-Bike" gegen 1:30 Uhr, nach einem telefonischen Anschiss der Vermieterin (Da dürfe mir nie mehr hin !)


Mücken umkreisen des Denkers Stirn
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Der fünfte und letzte Tag führte uns über den grünen Reschenpass. Der Bierkonsum des Vorabends lies nicht mehr als 36 km Tourenlänge, bei gefahrenen 1600 Höhenmetern zu. Trotzdem fuhren wir auf immerhin 2080 M über NN und brauchten für die ganze Tour nur 4 Stunden. Stürze ? Richtig geraten: Lothar T. (Ich glaube der macht das Extra - der Statistik wegen).
Highlights:
· Kopfweh schon beim Aufstehn. Schnell am Morgen die Stube aufräumen, nochmal einen Anschiss kassieren, bezahlen und Raus aus der Wohnung.
· Wieder gehts bergauf. Lange, sehr lange mit sehr komischem Gefühl in der Magengegend (Wo kommt der Biergeschmack her ?)
· Lothar T's Gesicht verzerrt sich zusehends proportional zu den zurückgelegten Höhenmetern. 10 WB*-Einheiten zollen ihr Tribut.
· Auffahrt auf einem Schotter Waldweg wo wir eine ca. 15 köpfige Bikergruppe treffen. Es stellt sich heraus, dass sie den gleichen Weg haben.
· Ein Poser mit Karbon Fully, der Tags zuvor den Grellen gemiemt hat, schiebt seinen Edelboliden die leichte Steigung bergauf. Sicher will er nur das Bike schonen....
· Hubert S. baggert (er versucht's zumindest) die einzige Frau der Truppe an, und - blitzt ab. Die hat auch grad den Hubert da oben erwartet ?!
· Überquerung des Reschenpasses auf 2080 M über NN. Bitte nicht mit dem Reschenpass verwechsel, den Ihr immer mit dem Auto fahrt. Der ist viel weiter unten.
· Super Blick auf den Reschensee mit anschliessendem rasanten Downhill bis auf Seehöhe. Das ist der Punkt wo Stefan S. (Nordberg-Schmerzen in der Schulter) und Lothar T. (ALDI-Brechreiz) sich verabschieden und eine Abkürzung zu den Autos nehmen.
· Sehr rutschiger Waldtrial fast bis zur Staumauer direkt in eine Regenfront. Ca. 30 minütige Pause mit Nickerchen unter schützenden Tannen stoppt ein zügiges Vorankommen. Kurz nach erneutem Fahrtantritt hört es doch noch auf zu regnen. Die Kampfmoral ist so ziemlich am Ende und nur Günter S. möchte noch mal den Berg hinauf (Extra Trainingseinheiten). Vorschlag wird abgelehnt.
· Zurück nach Nauders auf der Asphaltstrasse bzw. auf'm Radweg. Hubert setzt sich an die Spitze und macht Tempo. Irgendwann bemerkte er, dass es ernst wird. Und das stimmte dann auch.
· Sprinttempo (50 Sachen auf der Geraden) die letzten 5 km. Windschattenfahren und nur Vollgas. Günter S. setzt ca. 2 km vor Nauders einen Ausreissversuch an. Hubert reisst ab und schreit noch irgendwas (Scheisskerl oder so....) Wolfgang B. bleibt dran und überholt Günter S. in der Schlussphase, obwohl ihm die Sternchen die er sieht schon merkwürdig vorkommen. Günter S. ruft noch "Ja Erik, GIB ALLES !" Mit 55 km/h schiessen wir über den Radweg und finishen in Nauders. Wolfgang B. ist flach wie Butter auf einem Brötchen.
· Dann schnell noch am Wagen umgezogen und hurtig einen letzten Kaffee bevor wir mit salziger Haut und ebenso salzigem Beigeschmack auf den Lippen unseren Nachhauseweg antreten. Die Bikes auf dem Autodach - versteht sich.


Das war's dann auch schon wieder für 1999

WB* = Weizenbier


Wo der Wildbach rauscht ...

 

 

 

 


Über 2000 Meter

 

Hoch

Die Teilnehmer v.l.n.r.: Hubert Schindler, Lothar Tewes (Geländer-Hermann), Günter Schaub (Güni), Wolfgang Bruchhäuser, Stefan Petry (Nordberg) und Walter Paisler

Nauders 1999

 

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